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Pfändungsfreigrenzen steigen um 5,58%

[Wichtig für das Lohnbüro: Ab dem 01.07.2017 gelten neue Pfändungsfreigrenzen!

Das Bundesjustizministerium hat am  07.04.2017 die neuen Pfändungsfreigrenzen 2017 bekannt gemacht, die vom 01.07.2017 bis zum 30.06.2019 anzuwenden sind (veröffentlicht im BGBl. 2017, S. 750 ff.). Hiernach steigen die bisher geltenden Freigrenzen um 5,58%. Die bisherige Pfändungsfreigrenze wird 1.073,88 EUR auf 1.133,80 EUR ab dem 01.07.2017 erhöht. Bis zum 30.06.2017 gilt aber noch die bisherige Freigrenze.

Sind gesetzliche Unterhaltspflichten zu erfüllen, kommen zu diesem Betrag noch monatlich 426,71 EUR (bisher: 404,16 EUR) für die erste Person, der Unterhalt gewährt wird sowie 237,73 EUR (bisher: 225,17 EUR) für die zweite bis fünfte Person, denen Unterhalt gewährt wird, hinzu.

Für den Schuldner und seine Angehörigen sind somit mindestens geschützt:
 1.133,80 € bei Alleinstehenden (plus 30% des Mehrverdienstes)
 1.560,51 € bei einer Unterhaltspflicht (plus 50% des Mehrverdienstes)
 1.798,24 € bei zwei Unterhaltspflichten (plus 60% des Mehrverdienstes)
 2.035,97 € bei drei Unterhaltspflichten (plus 70% des Mehrverdienstes)
 2.273,70 € bei vier Unterhaltspflichten (plus 80% des Mehrverdienstes)
 2.511,43 € bei fünf/mehr Unterhaltspflichten (plus 90% des Mehrverdienstes)

Erst ab einem Monatsnettoeinkommen von 3.475,79 EUR (bisher: 3.292,09 EUR) ist der Mehrverdienst voll pfändbar.

Die vollständigen Pfändungstabellen finden Sie hier.

Hintergrund: Wie errechnet sich die Erhöhung?

Die unpfändbaren Beträge nach § 850c Abs. 1 und 2 ZPO verändern sich gemäß § 850c Abs. 2a ZPO jeweils zum 01.07. jeden zweiten Jahres. Maßgeblich ist die Entwicklung des steuerlichen Grundfreibetrags für das sächliche Existenzminimum nach § 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 EStG in der am 01.01. des jeweiligen Jahres geltende Fassung. Bezogen auf den Ausgangswert 8.354 EUR (steuerlicher Grundfreibetrag ab dem 01.01.2014 als Bezugspunkt für die Pfändungstabelle 2015) ergibt sich zu dem am 01.01.2017 gültigen Grundfreibetrag von 8.820 EUR eine Erhöhung um 466 EUR bzw. 5,58 Prozent.

Eine erneute Anpassung wird zum 01.07.2019 erfolgen. Bis dahin sind die neuen Pfändungstabellen gültig.

Fachberaterteam Arbeitsrecht

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